STADE. Handball-Oberliga: 36-Jährige greift beim VfL Stade als spielende Trainerin wieder an
Die 36-jährige Handballerin Kirsten Willmann hat wieder Blut geleckt. Willmann hatte ihre aktive Karriere eigentlich beendet und ihre Arbeit beim Oberligisten VfL Stade auf die Trainertätigkeit beschränkt. Jetzt steht sie wieder im Kader und hat im ersten Saisonspiel gegen Drittligaabsteiger HSG Hude/Falkenburg in entscheidenden Situationen gleich sieben Mal getroffen beim 27:20-Auswärtssieg.
Willmann kam in der Handballszene viel herum. Mit acht Jahren begann sie beim Lehrter SV, danach wechselte sie in der Jugend zum TSV Anderten. Mit der SG Misburg wurde sie zweimal deutsche Vizemeisterin. Bundesligaclubs wurden auf die Rückraumspielerin aufmerksam. Erst die SVG Celle, dann Germania List, schließlich der Buxtehuder SV. In Buxtehude stand sie ein Jahr lang unter Vertrag, konnte sich aufgrund eines Knorpelschadens im Knie allerdings nicht in Szene setzen. Über den Umweg Horneburg kam sie schließlich zum VfL Stade und steht seit Jahren mit kurzer Unterbrechung gemeinsam mit Trula Diminidis als Trainerin an der Seitenlinie.
„So ganz bin ich vom Handballspielen nie losgekommen“, sagt Kirsten Willmann über ihr Comeback. Sie habe immer Lust auf den Sport gehabt, scheute allerdings den immensen Trainingsaufwand in der dritten Liga und der Oberliga. Ausschlaggebend für ihre Rückkehr aufs Spielfeld war die Partie gegen Vechta am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Damals wollte sie am liebsten aktiv eingreifen, durfte aber nicht.
Im Training genießt Willmann beim VfL keine Sonderstellung. Sie spult das Komplettprogramm ab. „Aber ich höre auf meinen Körper und benötige mit 36 Jahren mehr Zeit zum Regenerieren“, sagt sie. Sie vergisst nicht, dass sie Trainerin des Oberligisten ist. Weil der VfL Stade in erster Linie junge und talentierte Spielerinnen weiterentwickeln will, werde sie diesen Talenten nicht den Platz auf dem Spielfeld streitig machen.
Der VfL hat das Projekt „3. Liga“ ins Leben gerufen. In der vergangenen Saison scheiterte der Verein ganz knapp am Aufstieg. Jetzt ist das Ziel die Meisterschaft. „Dafür machen wir das. Ich habe keine Lust, noch einmal Zweiter zu werden“, sagt Willmann.
Am Sonnabend ab 18 Uhr empfängt der VfL in der Halle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums den TV Cloppenburg. Den ersten Heimspieltag macht der Verein zum Event. Bei einer Verlosung, an der sich viele Partner aus der Region beteiligen, gibt es attraktive Preise zu gewinnen.
Quelle: Tageblatt – Daniel Berlin

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