Katharina Woltjen pendelt aus Delmenhorst
240 Kilometer! So weit ist in etwa der Weg, den Katharina Woltjen zweimal bis viermal die Woche auf sich nimmt, um ihrem Hobby nachzugehen. Woltjen ist Torhüterin beim Handball-Drittligisten VfL Stade. Im Sommer wechselte sie von der HSG Hude/Falkenburg an die Schwinge. Dahinter steckte allerdings kein Umzug, sondern der Wunsch wieder in der 3. Liga spielen.
Die angehende Sozialarbeiterin im Humandienst wohnt nach wie vor in Delmenhorst. Ihre Abende verbringt sie demzufolge neben der Sporthalle vornehmlich auf der A1. Genervt ist sie von der vielen Fahrerei nach sechs Monaten noch nicht. „Manchmal tut es sogar gut, in dieser turbulenten Zeit noch eine Stunde im Auto zu haben und seinen Gedanken nachzugehen“, erklärt sie. Nur die vielen Begegnungen mit diversen Wildtieren seien unangenehm.
Woltjen begann ihre Karriere 1999 bei der HSG Delmenhorst, wo sie bereits nach anderthalb Spielen im Tor landete. Im Jahr 2007 wechselte sie zum TSV Ganderkesee in die Weser-Ems-Liga. 2010 erfolgte der Wechsel zum langjährigen Ligakonkurrenten des VfL Stade in der Oberliga Nordsee, HSG Hude/Falkenburg. Mit der HSG stieg Woltjen in die dritte Liga auf und auch wieder daraus ab. In der Saison 2016/17, als Stade Meister wurde, galt Hude als der ärgste Widersacher hinsichtlich des Aufstiegs. Doch letztlich blieb man hinter den eigenen Erwartungen zurück. Dies nahm Woltjen zum Anlass für eine Luftveränderung. „Ich kannte den VfL schon aus unendlich vielen Duellen. Die Philosophie sowie die Menschen, samt Verein haben mich stets angesprochen“, begründet die Torhüterin, die in Hude nach wie vor als Torwarttrainerin im Jugendbereich sowie als Schiedsrichter tätig ist, ihren Wechsel. Und auch, wenn es im Moment so gar nicht nach Plan für die Staderinnen verläuft, zeigt sich „Kaddah“ – wie sie im Team genannt wird – zuversichtlich: „Nach der kurzen Zeit im Verein haben sich meine Eindrücke bestätigt. Die Menschen hier sind wirklich toll und wir werden aufgrund unseres Zusammenhalts und der Leidenschaft für den Handballsport diese schwierige Phase überstehen und unseren Weg gehen.“
Am kommenden Wochenende erwartet die erste Vertretung des VfL Stade die HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen. Der Tabellensechste dürfte eine neuerliche Herausforderung für den Aufsteiger sein. Trainer Jens Dove-Pirker hat den Gegner genauestens analysiert und sein Team dementsprechend eingestellt. Der 35-jährige fordert von seiner Mannschaft vor allem Schnelligkeit und Beweglichkeit in Abwehr und Angriff, um dem Gegner Paroli bieten zu können. „Bei O-K-T handelt es um eine stabile, eingespielte Mannschaft, die viel über den Rückraum kommt“, erklärt er. „Wenn wir es schaffen, eine starke, aggressive Deckung zu stellen, haben wir definitiv eine Chance.“
Dabei kann der Trainer endlich wieder auf Mona Hoffmann setzen – der Mannschaftskäpt‘n ist nach vierwöchigem Auslandsaufenthalt zurück. Außerdem neu mit an Bord beim VfL ist Aleksandra Adamczewska. Die gebürtige Polin kommt vom Ligakonkurrenten TSV Travemünde und verstärkt die Staderinnen auf den Außenbahnen sowie auf Rückraum Mitte.
Am Samstag um 18 Uhr spielen die Damen in der Halle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Dann wird auch Katharina Woltjen wieder in ihr Auto steigen und die 240 km in Kauf nehmen, um hoffentlich die Stader Durststrecke zu beenden.

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